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Geschäftskonto für Selbstständige: FINOM, Qonto, FYRST & Vivid im Vergleich

Stand: Juli 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Ein „bestes“ Geschäftskonto gibt es nicht — es gibt nur eines, das zu deinem Alltag passt. Die drei Fragen, die die Entscheidung fast immer vorwegnehmen: Nimmst du regelmäßig Bargeld ein? Willst du deine Rechnungen im Konto schreiben statt in einem zweiten Tool? Und arbeitest du allein oder mit einem Team? Genau danach ist dieser Vergleich sortiert.

Transparenz: Diese Seite enthält Affiliate-Links (mit „Anzeige“ gekennzeichnet). Buchst du darüber, erhalten wir eine Provision — für dich ändert sich nichts. Aktuell gilt das nur für Vivid Money Business. FINOM, Qonto und FYRST verlinken wir ohne Provision, weil sie für viele die passendere Wahl sind — an diesen drei Links verdienen wir nichts. Die Einordnung unten ist davon unabhängig.

Schnellüberblick — in 20 Sekunden

Wenn du nicht viel lesen willst: Hier steht alles, was du zum Entscheiden brauchst. Der Rest der Seite ist Detailarbeit für alle, die es genau wissen wollen.

FINOM — wenn du Konto und Rechnungsstellung in einem Tool willst, ohne Grundgebühr.

Qonto — wenn dein Steuerberater DATEV nutzt oder du irgendwann ein Team hast.

FYRST — wenn du Bargeld einzahlen musst. Das können die anderen drei nicht verlässlich.

Vivid Business — wenn du dein Geld in viele Unterkonten sortieren willst (Steuerrücklage, Projekte, laufende Kosten).

Die kompakte Tabelle

Das WichtigsteFINOMQontoFYRSTVivid Business
Kostenloser Tarif✅ „Solo“✅ „Starter“✅ „BASE“*✅ „Free Start“
Preis-Einstieg bezahltab ca. 8,99 € nettoab 9 €10 €ab ca. 7–9 €
Deutsche IBAN
Bargeld einzahlen✅ gegen Gebühr⚠️ unklar
Rechnungen im Konto✅ je nach Tarif
Buchhaltung/DATEV✅ breit✅ in allen TarifenZusatzoption✅ DATEV

* FYRST BASE: 0 € für natürliche Personen (Freiberufler, Einzelunternehmer, Gewerbetreibende) — für juristische Personen nach einer Startphase 6 €/Monat. Alle Angaben Stand Juli 2026, gerundet, ohne Aktionen; FINOM und Qonto weisen netto aus. Die ausführliche Tabelle mit allen Kriterien steht weiter unten.

Kurz zur Beruhigung: Das hier ist keine Lebensentscheidung. Alle vier Anbieter sind reguliert, geben eine deutsche IBAN aus und sichern Guthaben im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben ab. Keiner von ihnen bindet dich an lange Laufzeiten — und ein Wechsel ist später möglich, er kostet dich vor allem einen Nachmittag für das Umziehen von Lastschriften. Ehrlich gesagt gibt es genau ein Kriterium, das du später schwer korrigierst: Wenn du Bargeld annimmst, entscheidet das die Sache fast allein. Alles andere kannst du in Ruhe ausprobieren.

Die Kurzentscheidung — etwas ausführlicher

Du nimmst regelmäßig Bargeld ein (Handwerk, Praxis, Gastro, Markt)?
FYRST. Als einziges der vier gehört es zu einer klassischen Filialbank (Deutsche Bank) und lässt Bargeld-Einzahlungen am Schalter zu — gegen Gebühr, aber verlässlich.

Du willst Konto und Rechnungsstellung in einem Tool, ohne Grundgebühr?
FINOM. Der Solo-Tarif kostet 0 € und hat Rechnungsstellung sowie Unterkonten mit eigener IBAN an Bord.

Du arbeitest mit Steuerberater/DATEV oder wächst Richtung Team?
Qonto. DATEV-Anbindung ist in allen Tarifen dabei, inklusive dem kostenlosen Starter — und die Team-Tarife wachsen mit.

Du willst viele Unterkonten zum Sortieren (Steuerrücklage, Projekte)?
Vivid Money Business. Der Schwerpunkt liegt auf Unterkonten („Pockets“) mit eigener IBAN, Karten und Cashback.

Die vier Fragen, an denen sich alles entscheidet

Bevor du Tarife vergleichst, beantworte diese vier Fragen für dich. Danach bleiben von vier Anbietern meist nur noch ein oder zwei übrig — und der Rest ist Geschmackssache.

  1. Kommt Bargeld ins Haus? Wenn ja, brauchst du ein Konto mit Einzahlungsmöglichkeit. Reine Digital-Anbieter fallen dann raus — das lässt sich nicht nachrüsten.
  2. Wie viele Buchungen hast du im Monat? Unter 20 Buchungen ist ein 0-€-Tarif fast immer die günstigste Wahl. Ab etwa 50 Buchungen kippt die Rechnung: Dann ist ein Abo mit Freiposten billiger als Einzelabrechnung pro Überweisung.
  3. Schreibst du deine Rechnungen schon woanders? Wenn du ohnehin eine Buchhaltungssoftware nutzt, brauchst du die Rechnungsfunktion im Konto nicht und zahlst nicht dafür. Wenn nicht, spart sie dir ein zweites Abo.
  4. Arbeitest du mit einem Steuerberater? Dann entscheidet oft dessen System. Eine saubere DATEV-Anbindung spart der Kanzlei Arbeit — und dir Honorar.

FINOM — wenn Konto und Rechnung zusammengehören sollen

FINOM ist ein durchdigitalisiertes Geschäftskonto für Solo-Selbstständige und kleine Firmen. Die Tarifstruktur reicht vom kostenlosen Solo über Basic (ab ca. 8,99 € netto/Monat) und Smart (ab ca. 23,99 € netto/Monat) bis zu den Firmentarifen Pro und Grow. Kunden in Deutschland bekommen eine deutsche IBAN.

Der eigentliche Unterschied zu einem reinen Bankkonto: Rechnungsstellung ist eingebaut — Rechnung schreiben, versenden, Zahlungseingang zuordnen, alles an einem Ort. Dazu kommen Unterkonten mit eigener IBAN (für Steuerrücklagen oder Projektbudgets) und über 30 Integrationen, darunter DATEV, Lexware Office und sevDesk.

Die ehrliche Grenze: FINOM ist keine Bank mit Filiale, sondern ein E-Geld-Institut — Bargeld einzahlen geht nicht. Wer Bargeld annimmt, ist hier falsch. Auch Kredit oder Kontokorrentlinie darfst du nicht erwarten. Und: Die Listenpreise sind netto, auf der Rechnung kommt Umsatzsteuer obendrauf.

FINOM ansehen (kein Affiliate-Link — wir verdienen hieran nichts)

Qonto — wenn Steuerberater oder Team mitspielen

Qonto ist der Anbieter mit der klarsten Wachstumsleiter: Für Selbstständige gibt es Starter (0 €), Basic (9 €), Smart (19 €) und Premium (39 €) pro Monat; darüber liegen Team-Tarife für mehrere Mitarbeitende. Der kostenlose Starter-Tarif ist erst seit Frühjahr 2026 im Angebot und funktioniert nach dem Pay-as-you-go-Prinzip: eine kleine Zahl SEPA-Überweisungen ist enthalten, jede weitere kostet Centbeträge, eine physische Karte gibt es gegen Aufpreis.

Stärke für alle, die mit einer Kanzlei arbeiten: Die DATEV-Anbindung ist in allen Tarifen dabei, auch im kostenlosen. Rechnungsstellung, Belegverwaltung und deutsche IBAN sind ebenfalls an Bord.

Die ehrliche Grenze: Auch bei Qonto ist Bargeld-Einzahlung nicht vorgesehen. Der Gratis-Tarif rechnet sich nur bei wenigen Buchungen — bei etwa 50 Transaktionen im Monat ist Basic günstiger. Und Qonto ist formal keine Vollbank, sondern ein Zahlungsinstitut, das mit einer Partnerbank arbeitet; Kredite oder ein Kontokorrent gibt es hier nicht wie bei der Hausbank.

Qonto ansehen (kein Affiliate-Link — wir verdienen hieran nichts)

FYRST — wenn du Bargeld einzahlen musst

FYRST ist die digitale Geschäftskunden-Marke der Deutschen Bank — und damit das einzige Konto in diesem Vergleich, das an einem echten Filialnetz hängt. FYRST BASE ist für natürliche Personen (Freiberufler, Einzelunternehmer, Gewerbetreibende) mit 0 € Kontoführung ausgewiesen und enthält 50 beleglose Buchungen pro Monat, jede weitere kostet 0,19 €. FYRST COMPLETE liegt bei 10 €/Monat mit mehr Freiposten und einem Unterkonto, FYRST PREMIUM bei 24 €/Monat.

Der entscheidende Punkt ist das Bargeld: Einzahlungen sind über das Schalternetz möglich. Die uns vorliegenden Quellen nennen dafür rund 3 € (BASE) bzw. 2,50 € (COMPLETE/PREMIUM) je angefangene 5.000 €. Achtung: Die Angaben, wo genau und zu welchen Konditionen eingezahlt werden kann, gehen zwischen Anbieterseite und Vergleichsportalen auseinander — teils ist von Postbank- und Post-Filialen die Rede, teils von Automaten. Das ist der eine Punkt, den du vor der Eröffnung im Preis- und Leistungsverzeichnis nachlesen solltest, wenn Bargeld dein Hauptgrund ist.

Die ehrliche Grenze: FYRST ist ein Konto, keine Business-Software — eine integrierte Rechnungsstellung gibt es nicht, dafür brauchst du ein zusätzliches Tool. Die DATEV-Schnittstelle ist je nach Tarif eine kostenpflichtige Zusatzoption (rund 5 €/Monat) und nicht automatisch enthalten. Und die Oberfläche ist funktional, nicht schön.

FYRST ansehen (kein Affiliate-Link — wir verdienen hieran nichts)

Vivid Money Business — wenn du dein Geld in Töpfe sortieren willst

Vivid ist eine in Berlin ansässige, BaFin-regulierte Neobank mit einem klaren Schwerpunkt: Unterkonten. Diese „Business Pockets“ haben jeweils eine eigene deutsche IBAN — praktisch, wenn du Umsatzsteuer- und Einkommensteuer-Rücklage, Projektbudgets und laufende Kosten sauber trennen willst, statt alles auf einem Konto zu vermischen. Der Einstiegstarif Free Start kostet 0 €; darüber liegen bezahlte Stufen (je nach Zahlweise ab etwa 7–9 €/Monat), die mehr Pockets, Karten, Zinskonto und Cashback freischalten. Rechnungsstellung ist je nach Tarif integriert, eine DATEV-Anbindung ist vorhanden.

Die ehrliche Grenze: Beim Thema Bargeld widersprechen sich die Quellen — manche Vergleichsportale beschreiben Einzahlungen über Einzelhandelspartner gegen eine prozentuale Gebühr, andere führen das Geschäftskonto ausdrücklich als „ohne Bargeld-Einzahlung“. Wir lösen das nicht auf: Plane Vivid nicht als Bargeld-Konto ein, und wenn du darauf angewiesen bist, frag vor der Eröffnung beim Anbieter nach. Außerdem ändert Vivid seine Tarifnamen und -zuschnitte vergleichsweise oft, und Support gibt es im Wesentlichen digital, nicht am Telefon.

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Die ausführliche Vergleichstabelle

Alle Kriterien im Detail — für alle, denen der Schnellüberblick oben nicht gereicht hat.

KriteriumFINOMQontoFYRSTVivid Business
Gedacht fürSolo-Selbst­ständige & kleine Firmen, digitalFreelancer bis Team, mit Steuer­beraterFreiberufler & Gewerbe­treibende mit BargeldSolo-Selbst­ständige & KMU, viele Unterkonten
Kostenloser Tarif✅ „Solo“ 0 €✅ „Starter“ 0 € (seit 2026)✅ „BASE“ 0 € für natürliche Personen✅ „Free Start“ 0 €
Weitere TarifeBasic ab ca. 8,99 €, Smart ab ca. 23,99 €, dazu Pro/Grow (netto)Basic 9 €, Smart 19 €, Premium 39 €, dazu Team-TarifeCOMPLETE 10 €, PREMIUM 24 €Basic/Pro/Enterprise, je nach Zahlweise gestaffelt
Deutsche IBAN
Bargeld einzahlen❌ nicht vorgesehen❌ nicht vorgesehen✅ am Schalter, ca. 3 € (BASE) bzw. 2,50 € je angefangene 5.000 €⚠️ Quellen widersprüchlich — nicht fest einplanen
Freiposten / Buchungskostenje nach Tarif gestaffeltStarter: wenige Über­weisungen frei, danach ca. 0,20 €/StückBASE: 50 beleglose Buchungen frei, danach 0,19 €; COMPLETE 75, danach 0,08 €je nach Tarif gestaffelt
Rechnungen im Konto schreiben❌ (externes Tool nötig)✅ (je nach Tarif)
Unterkonten mit eigener IBAN✅ je nach Tarif gestaffeltab Basic, gestaffeltab COMPLETE (BASE gegen Aufpreis), PREMIUM mehrere✅ Schwerpunkt, viele
Buchhaltungs-AnbindungDATEV, Lexware Office, sevDesk u. a.DATEV in allen Tarifen, auch im Gratis-TarifDATEV als kosten­pflichtige Zusatzoption (ca. 5 €/Monat)DATEV; weitere je nach Stand
Karteje nach Tarif virtuell/physischStarter: virtuelle Karte, physische gegen AufpreisDebit Mastercard inklusiveDebitkarten, je nach Tarif mehrere
Filiale / Telefonrein digitalrein digitalFilialnetz im Hintergrundrein digital
Dahinter stehtE-Geld-Institut mit EU-LizenzZahlungs­institut mit PartnerbankDeutsche Bank (Marke FYRST)Berliner Neobank, BaFin-reguliert

Preise sind gerundete Einstiegswerte, Stand Juli 2026, ohne Aktionen; bei FINOM und Qonto sind die Listenpreise netto angegeben. Tarifzuschnitte, Freiposten und Gebühren ändern sich bei Geschäftskonten häufig — prüf den aktuellen Stand und das Preis- und Leistungsverzeichnis beim Anbieter, bevor du eröffnest. Wo öffentliche Quellen sich widersprechen, haben wir das oben ausdrücklich gekennzeichnet statt eine Zahl zu behaupten.

Was „kostenlos“ bei Geschäftskonten wirklich heißt

Alle vier Anbieter werben mit einem Tarif für 0 €. Das stimmt auch — bezieht sich aber immer nur auf die monatliche Grundgebühr. Kosten entstehen an anderer Stelle:

Rechne deshalb nicht den Monatspreis, sondern deine Jahreskosten mit deinem echten Buchungsverhalten. Bei den meisten Solo-Selbstständigen mit 10–30 Buchungen im Monat gewinnt der Gratis-Tarif — aber eben nicht bei allen.

Worauf du beim Wechsel achten solltest

Kurz zur Pflicht: Ein separates Geschäftskonto ist für Einzelunternehmer und Freiberufler gesetzlich nicht vorgeschrieben — für Kapitalgesellschaften wie GmbH oder UG dagegen schon. Trotzdem verbieten viele Banken die geschäftliche Nutzung eines Privatkontos in ihren AGB. Und steuerlich ist die saubere Trennung ohnehin Gold wert.

Noch am Anfang — oder unsicher bei §19?

Ob du Kleinunternehmer bleiben kannst, rechnest du in zwei Minuten aus. Und der Steuer-Kompass erklärt EÜR, UStVA und §19 verständlich — mit fertigen Vorlagen, einmalig statt monatlich.

Kleinunternehmer-Rechner → Steuer-Kompass ansehen →

Häufige Fragen

Brauche ich als Selbstständiger zwingend ein Geschäftskonto?

Gesetzlich vorgeschrieben ist es für Einzelunternehmer und Freiberufler nicht — für Kapitalgesellschaften wie GmbH oder UG dagegen schon. Praktisch spricht trotzdem fast alles dafür: Viele Banken untersagen die geschäftliche Nutzung eines Privatkontos in ihren AGB, und die saubere Trennung macht deine Einnahmenüberschussrechnung und eine mögliche Betriebsprüfung erheblich einfacher.

Welches Geschäftskonto ist wirklich kostenlos?

Alle vier hier verglichenen Anbieter haben einen Tarif ohne Grundgebühr: FINOM „Solo“, Qonto „Starter“, FYRST „BASE“ für natürliche Personen und Vivid „Free Start“. Kostenlos heißt aber nur „keine monatliche Grundgebühr“ — Einzelbuchungen über dem Freikontingent, physische Karten, Bargeld-Einzahlungen oder Zusatzoptionen wie eine DATEV-Schnittstelle können extra kosten. Rechne mit deiner eigenen Buchungszahl nach. Stand: Juli 2026, ohne Gewähr.

Bei welchem dieser Konten kann ich Bargeld einzahlen?

Von den vier ist FYRST der klare Fall: Als Marke der Deutschen Bank sind Einzahlungen über das Schalternetz möglich, gegen eine Gebühr je angefangene 5.000 €. FINOM und Qonto sehen Bargeld-Einzahlungen nicht vor. Bei Vivid widersprechen sich die Quellen — plane es dort nicht fest ein und frag im Zweifel beim Anbieter nach.

Bekomme ich bei diesen Anbietern eine deutsche IBAN?

Ja, alle vier geben für den deutschen Markt eine deutsche IBAN (DE) aus. Das ist relevant, weil manche Geschäftskunden, Vermieter oder Behörden bei ausländischen IBANs immer noch Nachfragen stellen oder Lastschriften ablehnen — obwohl das innerhalb des SEPA-Raums eigentlich nicht zulässig ist.

Hinweis: Dieser Vergleich ist eine allgemeine Orientierung und stellt weder Steuer- noch Anlage- oder Rechtsberatung dar. Angaben zu Preisen, Tarifen und Leistungen: Stand Juli 2026, ohne Gewähr — maßgeblich sind ausschließlich die Preis- und Leistungsverzeichnisse der Anbieter. Bei individuellen steuerlichen Fragen wende dich an einen Steuerberater.
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